China entdecken
20.05.2026GymnasiumMittelschuleRealschuleWahlunterrichtKooperationPolitik und GesellschaftVortrag
Bereits seit einigen Jahren bietet unsere Schule den Wahlunterricht „Chinesisch und Chinesische Kultur“ an. Durch eine Förderung des Bildungsnetzwerks China war es uns in diesem Schuljahr möglich, zwei Vorträge von Mitarbeitenden der Sinologie der Uni Würzburg für unsere Schülerinnen und Schüler zu organisieren. Dabei wurden sowohl kulturelle als auch gesellschaftliche Aspekte beleuchtet und zentrale Kompetenzen im globalen Denken gestärkt.
Popkultur und Soft Power – China im internationalen Vergleich
Im März sprach Dr. Thünken vor rund 200 Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen über die Bedeutung von sogenannter „Soft Power“. Dabei wurde deutlich, dass Länder nicht nur durch wirtschaftliche oder militärische Stärke („Hard Power“), sondern auch durch kulturellen Einfluss („Soft Power“) weltweit wirken können.
Anhand von Beispielen wie Südkorea oder Japan zeigte der Vortrag, wie stark Popkultur – etwa durch Musik, Filme oder Serien – zur internationalen Wahrnehmung eines Landes beiträgt. China hingegen befindet sich in diesem Bereich noch im Aufbau: Zwar gibt es eine wachsende Film- und Musikindustrie, doch Faktoren wie Sprachbarrieren, politische Rahmenbedingungen und eingeschränkte kreative Freiheiten erschweren eine globale Verbreitung.
Die Schülerinnen und Schüler erkannten dabei, wie eng Kultur, Politik und Wirtschaft miteinander verbunden sind und welche Bedeutung moderne Medien in diesem Zusammenhang haben. Vor allem die Einblicke in die chinesische Popkultur sorgten bei vielen für Überraschung:
„Ich habe gar nicht gewusst, dass es Filme aus China gibt, die so viele Leute gesehen haben und ich noch nie davon gehört habe.“
„Ich wusste nicht, dass China auch eine Rap-Kultur hat. Ich kannte bis jetzt nur K-Pop.“
Auch grundlegende Begriffe und Zusammenhänge wurden neu erschlossen:
„Ich kannte die Begriffe Soft- und Hard-Power bisher nicht und fand es sehr interessant, das erklärt zu bekommen.“
„Mir wurde bewusst, wie relevant China für die Zukunft ist.“
Lernen in China – Eindrücke aus dem Schulalltag
Eine Woche später erhielten rund 170 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen durch den Vortrag von Herrn Gohli spannende Einblicke in den Schulalltag in China.
Im Fokus stand zunächst die Frage, warum es wichtig ist, sich mit China als bedeutendem globalen Partner auseinanderzusetzen. Neben wirtschaftlichen Verflechtungen wurde insbesondere das chinesische Bildungssystem vorgestellt, das sich deutlich vom deutschen unterscheidet.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass der Schulalltag in China oft von langen Unterrichtszeiten, zusätzlichem Privatunterricht und hohem Leistungsdruck geprägt ist. Prüfungen spielen eine entscheidende Rolle für den weiteren Bildungsweg, und der Wettbewerb um Schul- und Studienplätze ist enorm. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark familiäre Erwartungen und gesellschaftliche Entwicklungen – etwa die Folgen der Ein-Kind-Politik – das chinesische Bildungssystem prägen.
Auch der Einsatz moderner Technologien, wie etwa Kameras im Klassenzimmer, regte zum Nachdenken an und zeigte Unterschiede zwischen unserem Schulsystem und dem chinesischen im Umgang mit Digitalisierung auf.
Die Eindrücke aus dem Vortrag führten bei vielen zu einem Perspektivwechsel:
„Ich wusste noch nicht, dass in China viel mehr Technik in Schule eingesetzt wird.“
„Es war interessant zu hören, wie viel Unterricht und Hausaufgaben die Schüler in China haben. Das ist im Vergleich zu meinen Schulstunden viel mehr.“
Fazit
Beide Vorträge haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, globale Zusammenhänge zu verstehen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur neues Wissen über China gewinnen, sondern auch ihre interkulturelle Kompetenz stärken – eine wichtige Grundlage für die Zukunft in einer zunehmend vernetzten Welt.